Antisemitischer Aufkleber an Tür von Wohnprojekt

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14.

April
2021
Mittwoch

An die Haustür eines Wohnprojekts klebt eine unbekannte Person einen antisemitischen Aufkleber. Auf ihm ist ein totes Schaf zu sehen, dessen Kopf mit einem Messer abgetrennt wurde. Aus dem Hals tritt Blut hervor. Auf dem Körper des Tieres ist ein Davidstern als Symbolisierung des Judentums. Unter dem Bild prangert der Schriftzug "Schächtverbot ist Tierschutz".

Das Schächten ist eine traditionelle Art der Schlachtung, wie sie in Teilen des Judentums praktiziert wird. Dabei wird Tieren unbetäubt die Hauptschlagader durchtrennt. Die Tiere bluten aus, haben ihr Bewusstsein jedoch schon vorher verloren.

Der Kritik an Schächtungen im Judentum liegt eine antisemitische Stategie zu Grunde. Vermeintlich an Tierschutz und Tierwohl interessiert, wird die Schlachtpraxis und damit das Judentum sowie Jüdinnen_Juden dämonisiert. Über diese Erzählung wird antisemitischen Ressentiments Vorschub geleistet. Diese Strategie hat eine Praxis. So wurde sie bereits von den Nationalsozialist_innen und Antisemit_innen davor angewendet.

Auf dem Aufkleber ist ersichtlich, dass dieser von einem neonazistischen Versandhandel aus Halle stammt. Auf dem Impressum der Seite steht Sven Liebich als Verantwortlicher. Liebich ist ein überregional bekannter Neonazi aus Halle, der bei seinen regelmäßigen stattfindenden Montagsdemos auf dem Hallenser Marktplatz bereits häufiger mit antisemitischen Symbolen ("Impfstern") aufgetreten ist.

Quelle: 

chronik.LE