Asylfeindliche Graffti durch Leipziger Sprüher

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6.

Dezember
2015
Sonntag

Am Sonntag veröffentlichte der Sprayer "ULK" auf seiner Facebookseite unter dem Titel "Bordsteinfressen für Zecken" Bilder eines offensichtlich von ihm stammenden Graffitis an einer Regionalbahn. Neben des für ihn typischen Schriftzuges ist der Satz "Refugees are not welcome" zu lesen.

In einer sich daran anschließenden Diskussion in den Kommentarspalten versucht er sich zu erklären, dass er damit die als Flüchtlinge "getarnten" Menschen meine, welche "kerngesund, wohlgenährt, mit sauberen Kleidern und bei vollster Fitness in den Lagern auftauchen" würden. Später heißt es dann über die Geflüchteten, dass "diese ganzen Viecher die grad in 'heiliger Mission' hierher kommen sind nicht willkommen, die sollen sich verpissen." In Reaktion auf geäußerte Kritik entgegnet er, dass Antifaschist_innen die "neuen Nazis" und "die 'wahren' Extremisten und Unterdrücker" seien. Zudem würden die Medien "allen beschissenes, linkes Gedankengut in den Schädel" prügeln. Ohne dass er in der Kommentarspalte als solcher bezeichnet wird, äußert er schließlich trotzig: "Und mir ist es langsam scheißegal, als was wir abgestempelt werden... dann bin ich eben Nazi, was solls... Hier geht es um uns, das zu schützen was wir Heimat nennen!! Unsere Mütter sollen keine Angst haben müssen". Eine Argumentationslinie, die Bände spricht.

In den vergangenen Monaten wurden in Leipzig immer wieder asylfeindliche rechte Graffiti gesprüht. Zum Beispiel wurden am 29.10. an einer geplanten Containerunterkunft für Flüchtlinge in Leipzig-Schönefeld die Worte "Widerstand","Fuck Antifa","Keiner will euch" sowie "Refugees not welcome" gesprüht. Nur wenige Tage zuvor waren an einer Brücke in der Hans-Driesch-Straße Graffiti mit den Aussagen "Merkel muss weg" und "CDU und SPD ihr seid das Pack" zu lesen. Auch in Grünau tauchte ein mehrere Meter großes "Merkel muss weg" auf. Dem Schriftstil nach wurden die verschiedenen Graffiti auch von unterschiedlichen Personen angebracht.

Am 8. Januar sorgte dann ein Graffiti an der Erstaufnahmeeinrichtung Ernst-Grube-Halle für Entsetzen. An der Hauswand wurde durch einen Unbekannten die Worte „Fuck Refugees – Verbrennt Sie!!!“ gesprüht. Der Schriftstil dieses Graffities weist zudem deutliche Ähnlichkeit zu den Schriftzügen von "ULK" auf.

Quelle: 

chronikLE