Ausstellung über Asylbewerber_innen in Leipzig zerstört

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29.

Mai
2010
Samstag

Unbekannte haben am 29. Mai in Plagwitz eine Ausstellung über die Lebenssituation von Asylbewerber_innen in Leipzigs Wohnheimen zerstört. Am Abend wurden die Texte und Fotografien von den Stelltafeln abgenommen, zerrissen und auf den Boden geworfen. Die Tafeln wurden aus ihrer Verankerung gerissen.

Die Ausstellung wurde während des Zollschuppen-Festes gezeigt. Sie bestand aus mehreren Tafeln und war an einem Haus in der Marktanstädter Straße angebracht worden. Da sich das Festgeschehen in der Zollschuppenstraße abspielte, wurde die Zerstörung zunächst von niemandem bemerkt.

Die Ausstellung steht im Zusammenhang mit den Diskussionen im Leipziger Stadtrat über die Unterbringung von Asylbewerber_innen in Leipzig. Während des Zollschuppenfestes sollte auf diese Weise eine möglichst große Personenzahl mit der Idee der dezentralen Unterbringung von Aslybewerber_innen vertraut gemacht werden. Ausdrücklich hingewiesen wurde auf die hohe Selbstmordrate bei Asylbewerber_innen, die in Wohnheimen leben müssen. Ein weiterer Teil der Ausstellung dokumentierte, wie menschenunwürdig die Lebensbedingungen der Flüchtlinge auf den Mittelmeerinseln sind.

Quelle: 

Flüchtlingsinitiative Grünau