CDU-Politiker empört sich über "abnormalen" CSD

Druckeroptimierte VersionAls Email versenden

23.

Juli
2010
Freitag

In einer Email an die Veranstalter_innen des Christopher Street Day (CSD) in Leipzig hat der sächsische CDU-Politiker Kai Hähner Schwule und Lesben in homophober Weise beleidigt und diskriminiert. Er bezeichnete nicht-heterosexuelle Lebensweisen als "Abnormalität", die der Gesellschaft durch Veranstaltungen wie dem CSD "regelrecht aufgedrängt" werden würden. Weiterhin wirft er Homosexuellen vor, durch die öffentliche Thematisierung ihrer Sexualität Jugendliche in ihrer sexuellen Findungsphase "verleiten" zu wollen.

Hähner reproduziert in seiner Nachricht an den CSD ein häufig zu beobachtenden Phänomen diskriminierender Haltung, die sich ihrer eigenen Problematik nicht bewusst ist. Die Nachricht an den CSD beginnt mit den Worten "eines vorweg. Ich leide nicht an Homophobie". Mit einem "Allerdings [...]" wird dann anschließend aber eine ganze Salve diskriminierender Vorurteile und Anschuldigungen gegenüber nicht-heterosexuellen Lebensweisen vorgetragen, die der Selbstbeschreibung als nicht-homophob in eklatanter Weise widersprechen. So ist zum Beispiel der weit verbreitete Irrglaube, dass Kinder und Jugendliche zur Homosexualität "verleitet" werden könnten, besonders problematisch.

Nachdem die Email an die Öffentlichkeit gelangt war, kritisierten Vertreter_innen von Grünen, Linken, SPD, FDP und CDU die diffamierenden Äußerungen Hähners. Öffentlichen Zuspruch bekam der Chemnitzer, der unter anderem in der (Spät-)Aussiedler- und Vertriebenen-Organisation "Ost- und Mitteldeutsche Vereinigung" der CDU aktiv ist, lediglich durch die neonazistische NPD.