Ehemaliger NPD-Politiker eröffnet Anwaltskanzlei in Geithain

Druckeroptimierte VersionAls Email versenden

22.

März
2018
Donnerstag

Der langjährige NPD-Politiker Manuel Tripp eröffnet am Donnerstag in Geithain eine Rechtsanwaltskanzlei. Zur Kommunalwahl 2014 war der damalige NPD-Kreisvorsitzende für die Neonazi-Partei in den Kreistag und in den Stadtrat von Geithain eingezogen. Mittlerweile ist der Junganwalt zwar aus der Partei ausgetreten, die Mandate im Kreistag und im Stadtrat hat er aber nicht zurückgegeben. Er sitzt in beiden Gremien jetzt als fraktionsloser Abgeordneter.

Auf seiner öffentlichen Facebook-Seite teilt der "Rechtsanwalt Manuel Tripp" häufig Artikel und Videos rechter Veranstaltungen. Darunter beispielsweise einen Vortrag des Juristen und früheren NPD-Kaders Thor von Waldstein (Anfang der 1980er Jahre u.a. Vorsitzender des "Nationaldemokratischen Hochschulbundes" und stellvertretender Vorsitzender der NPD-Jugendorganisation JN) beim neurechten Institut für Staatspolitik (IfS).

Tripp solidarisiert sich auf dieser Plattform auch mit der rassistischen "Identitären Bewegung" (IB), gegen die in Österreich derzeit wegen Bildung einer kriminellen Vereinigung ermittelt wird. Er bezeichnet das Vorgehen der österreichischen Behörden als "politische Justiz" und relativiert die Verhältnisse in diktatorischen Systemen: "Derartige Verfahren gegen eine friedliche systemkritische Bewegung sind mit solcher tendenziöser Willkür aufgeladen, wie man es sonst nur aus den Vorzeige-Diktaturen kennt."

Trotz des Austritts aus der NPD hat der einstige Aktivist des Freien Netzes seine politische Gesinnung also nicht grundlegend verändert.

Quelle: 
  • Facebook-Seite von Manuel Tripp
  • chronik.LE