Erneuter Angriff auf Vereinsbüro von Bon Courage in Borna

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29.

Juni
2017
Donnerstag

In der Nacht von Mittwoch zu Donnerstag attackieren Unbekannte gegen 2 Uhr das Büro des Vereins Bon Courage in Borna mit Steinen. Da die Scheiben aus Sicherheitsglas bestehen können sie diese nicht durchschlagen.
Bereits im Mai 2016 gab es einen ähnlichen Angriff auf die damals neu eingerichteten Vereinsräume. Beim ersten Angriff wurden die Scheiben zerstört und zusätzlich Buttersäure in den Räumlichkeiten verteilt. Die verantwortlichen Personen wurden bis heute nicht ermittelt. Das Ermittlungsverfahren dazu sei im Herbst eingestellt worden, erklärt Polizeisprecher Uwe Voigt jetzt gegenüber der LVZ. Nach diesem Angriff hat der Verein die Schaufenster mit Sicherheitsglas verstärkt. Nur aus diesem Grund hielten sie diesmal stand. "Die Scheiben waren stärker als die Steine der Angreifenden", schreibt der Verein in einer Pressemitteilung.
Bon Courage e.V. setzt sich seit vielen Jahren für Geflüchtete in Borna ein, u.a. mit Beratungsangeboten und Inklusionsprojekten. „Es wäre naheliegend an dieser Stelle unsere Stellungnahme aus dem vergangenen Jahr zu wiederholen. Erneut gibt es keinen Zweifel daran, dass dieser Angriff unserer Beratung von Geflüchteten gilt“, so Vereinsmitglied Sandra Münch. Weiter heißt es in der Pressemitteilung:
"Die Anschläge sind allerdings nur die Spitze des Eisbergs. Regelmäßig kommt es zu Anfeindungen und Beleidigungen gegenüber der Mitarbeiterinnen und den Beratungssuchenden, fast wöchentlich werden die Räumlichkeiten Ziel von rechts motivierten Schikanen. Es wäre naiv darin Zufälligkeiten zu sehen. Die Angriffe sind kein Zufall, sondern Resultat eines nach wie vor existenten Rassismus in Teilen der Bevölkerung, den es als Problem anzuerkennen gilt."
In Reaktion auf die Steinwürfe hängt der Verein zwei Botschaften hinter die beschädigten Glasscheiben. Darauf ist u.a. zu lesen: "Unsere Solidarität ist stärker als eure Steine."
In der äußerst knappen Miteilung der Polizei ist lediglich von "Sachbeschädigung" die Rede. Außerdem werden Zeug*innen gebeten, sich zu melden.