Erneuter Aufmarschversuch der AdPM in Connewitz

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17.

Juli
2019
Mittwoch

Unter dem Motto "Linker Anarchie und Aggression konsequent entgegnen" will Andre Poggenburg mit der von ihm gegründeten AfD-Abspaltung "Aufbruch deutscher Patrioten Mitteldeutschland" (AdPM, vorher AdP) eine Versammlung in Leipzig-Connewitz durchführen. Dies ist bereits der vierte Versuch im Leipziger Süden aufzumarschieren. (Vgl. Chronik-Beiträge zum 12. Februar 2019, 01. Mai 2019 und 05. Juni 2019
Aufmarschort soll die Kreuzung Brandstraße Ecke Selneckerstraße sein. Diese liegt in der Nähe vom offenen Projekt- und Abgeordnetenbüro Linxxnet, welches Poggenburg ein Dorn im Auge ist. Nach dem Bescheid der Stadt Leipzig darf die Kundgebung erstmalig in Connewitz stattfinden, wird dann aber kurzfristig vor das Bundesverwaltungsgericht verlegt. Poggenburg verbreitet daraufhin das Gerücht, dass es in Leipzig Angriffe auf Rechte gegeben habe - dies wird durch die Polizei dementiert.

Die Kundgebung wird von der rechten Splittergruppe "Frauen Fordern" unterstützt. Zur Kundgebung erscheinen maximal 40 Personen. Unter ihnen befinden sich:
- Andre Poggenburg: Ehemaliger AfD-Fraktionsvorsitzender Sachsen-Anhalt, geriet nach einer Rede zum politischen Aschermittwoch unter Druck und trat aus der AfD aus, aktuell Vorsitzender AdPM; arbeitet sich in seiner Rede u.a. am Gegenprotest ab, diese bezeichnet er als "intelligenzgeschwächte Marktschreier", weiterhin unterstellt er Linken eine falsche Kapitalismuskritik, sie seien lediglich die "Stiefelputzer des Großkapitals"
- Alexander Kurth: auch bekannt als "Prinzen-Schläger" (er überfiel 2002 Mitglieder der Band "Die Prinzen"); war bereits aktiv bei: NPD, Die Rechte, Thügida/Wir lieben Sachsen, Republikaner, AdPM; neuestes Projekt: Ungetrübt Media
- Egbert Ermer: ehemals AfD, sächsischer Vorsitzender AdPM; trägt ein T-Shirt mit der Aufschrift "Kraft durch Freunde" (zum Hintergrund siehe hier); spricht auch auf der Kundgebung
- Jens Lorek: Rechtsanwalt, erlangte als "Ufo-Anwalt" einige Bekanntheit (Vgl. Der Spiegel von 2007); aktiv bei PEGIDA, Mitorganisator asylfeindlicher Demonstrationen in Freital und Heidenau; verteidigte mehrfach rechte Straftäter (Vgl. etwa Sächsische Zeitung vom 03.09.2016); spricht in seiner Rede auf der Kundgebung u.a. über das eigentliche Demonstrationsziel Connewitz: "Und irgendwann marschieren wir durch Connewitz. Irgendwann trifft eine Granate etwas Vitales, und dann sind wir durch."
- Gitte Kalder: aktiv bei der rechten Splittergruppe "Frauen fordern" welche mehrere Versammlungen in Leipzig durchführte (Vgl. Chronik-Einträge vom 29. Juli 2018 und 29. Juni 2019; spricht auch auf der Kundgebung, arbeitet sich u.a. am Grünen-Politiker Jürgen Kasek ab
- Nicos Chawales: rechter Verschwörungsideologe aus Dresden; sprach bereits am 02. September 2018 bei einer rechten Kundgebung in Leipzig, spricht auch auf dieser Kundgebung
- Uta Nürnberger: ehemals AfD und Patriotische Plattform; spricht auch auf der Kundgebung, sie beklagt Angriffe auf Frauen - natürlich begangen durch Migranten und verharmlost durch Linke
- Madeleine Feige: ehemals AfD, jetzt AdPM; trat bereits am 29.07.2018 als Rednerin bei einer rechten Kundgebung in Leipzig auf
- Bernhard Wedlich: auch bekannt als Bernhard Sachs; ehemals AfD, jetzt AdPM
- Katja Kaiser: aktiv bei "Heidenauer Wellenlänge", streamt die Veranstaltung live im Internet
- Benjamin Przybylla: ehemals AfD, jetzt AdPM; fotografiert die Veranstaltung und Gegendemonstrant_innen; mit einem Megaphon versucht er, in den Pausen der RednerInnen Sprechchöre wie "Freiheit, Tradition - Multikulti Endstation" anzustimmen
- Andreas Wild: Dresdener Neonazis, nimmt regelmäßig an PEGIDA-Aufmärschen teil, war Ordner beim Neonazi-Konzert in Ostritz in diesem Jahr sowie beim neonazistischen Aufmarsch "Tag der deutschen Zukunft" in Chemnitz am 01.05.2019
- Jörg Hoyer: Selbstbeschreibung als "Historiker und Publizist“, gibt an als "Sachverständiger für Militärhistorik“ tätig zu sein, wird auf der Seite militariagutachten.de als Firmeninhaber aufgeführt; ehemals führende Person bei LEGIDA, Hintergrundinformationen bei Antifa in Leipzig 2015.

Eine Teilnehmerin trägt ein schwarz-rot-goldenes Stirnband, ein weiterer Teilnehmer ein T-Shirt der Band "Legion Ost". Diese stammt aus Gera und war von 1993 bis 1998 aktiv. Die Band beteiligte sich u.a. am ersten deutschen Blood and Honour-Sampler.
Weiterhin trägt ein anderer Teilnehmer ein Hemd mit dem Symbol eines gekreuzten Hammers und Schwert. Dies symbolisierte im Nationalsozialismus eine Volksgemeinschaft aus Soldaten und Arbeitern. Dazu hat er eine schwarze Sonne tätowiert, ebenfalls ein Symbol aus dem Nationalsozialismus.

Zur Werbung für die neue Partei ist der Lautsprecherwagen mit einem Banner des AdPM geschmückt. Auf dem Banner wird der "Aufbruch deutscher Patrioten" als "soziale - nationale - solidarische Heimatpartei" beschrieben. Dazu kommt die Wirmer-Flagge und die blaue Kornblume, im 19 Jahrhundert ein Symbol der deutschnationalen Bewegung in Österreich und zwischen 1933 und 1938 Erkennungszeichen der damals illegalen Nationalsozialisten.

Am Rande der Veranstaltung wird ein Journalist bedroht. Der Kundgebungsteilnehmer droht ihm ihn ins Wasser zu werfen, sollte ein Foto von ihm geschossen werden.

Am Ende der Veranstaltung wird die Nationalhymne abgesungen.

Gegen die Veranstaltung demonstrieren etwas 500 Personen. Teilweise ist der Protest so laut, dass die Reden auf der Bühne nur schwer zu verstehen sind.

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