Karsten Albrecht (CDU) verbreitet antiziganistische Stereotype

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4.

Mai
2020
Montag

Der Leipziger CDU-Stadtrat Karsten Albrecht äußert sich in einem Bericht über ein vom ihn betreutes Bauprojekt in Halle negativ über die früheren Bewohner_innen der Straße, die als Roma bezeichnet werden. Albrecht hat als freiberuflicher Beratungsingenieur die Sanierung von 152 Wohnungen für eine Immobilienfirma geplant und überwacht. Die Mitteldeutsche Zeitung aus Halle berichtet in einem Beitrag mit der Überschrift "Wie ein Phönix aus der Asche: So soll die Schlosserstraße ihr Negativ-Image verlieren" (Online-Version, in der Printausgabe: "Auferstanden aus Ruinen") über das Projekt.

Die Zustände in "Halles einstiger Problemstraße" werden folgendermaßen beschrieben: "Der Müll türmte sich auf dem Gehweg, die Eingangstüren der mehrheitlich von Roma bewohnten Häuser waren zerbrochen und Lärm schallte besonders in den Nachmittagsstunden über die Straße, die den Ruf eines ganzen Viertels herunterzog." Die ehemaligen Bewohner_innen, denen im vergangenen Jahr gekündigt wurde, kommen in dem Artikel nicht zu Wort. Statt dessen werden sie entindividualisiert und pauschal für Müll und Lärm verantwortlich gemacht. Nach ihrem Auszug herrschen nun offenbar paradiesische Zustände: "Die Gehwege sind sauber und Vogelgezwitscher ist das einzige, was noch zu hören ist."

Mit dieser kontrastierenden und pauschalisierenden Beschreibung bedienen die Zeitung und auch Albrecht, welcher mehrfach zitiert wird, antiziganistische/antiromaistische Stereotype. Den Auszug der ehemaligen Bewohner_innen bezeichnet er als "großen Segen". Zuvor hatte er den Innenhof der von ihm verwalteten Häuser extra mit einem Zaun vom Rest der Straße abgetrennt. Die beklagte Folge: „Die Müllberge guckten irgendwann über den Zaun herüber.“