Nicht-konsensuelle Videos auf Pornoplattform veröffentlicht

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3.

Dezember
2021
Freitag

Durch die Nachricht eines Bekannten entdeckt eine Frau Fotos von sich und anderen Frauen auf der Pornographieplattform xHamster. Diese wurden ohne ihr Wissen hochgeladen und veröffentlicht. Es handelt sich um mehr als 1000 Fotos von etwa 50 Frauen.
Der Täter ist ein DJ und Veranstalter in der Leipziger Drum und Bass-Szene. Viele der Frauen kennen sich untereinander.
Die Fotos, die bei xHamster ohne das Wissen der Betroffenen veröffentlicht worden sind, stammen aus sozialen Netzwerken wie Facebook, oder wurden vom Täter selbst mit einer Kamera aufgenommen. Die Frauen wurden teilweise schlafend fotografiert.
Zudem finden sich Fotos von wahrscheinlich minderjährigen Frauen und Mädchen, die unter anderem auf dem Rummel aufgeommen worden sind; auch Fotos von Kindern der Betroffenen hat der Täter veröffentlicht.
Teilweise sind zudem Namen, Berufe und Adressen online zu finden.

Die Betroffenen vernetzen sich untereinander und gehen zur Polzei, um Anzeige zu erstatten. Zunächst passiert nichts bis wenig: Die Fotos bleiben online, neue werden hochgeladen oder editiert. Erst nach erneutem Aufsuchen der Polizei durch eine Betroffene werden die Beamt_innen tätig: Es gibt eine Hausdurchsuchung und Datenträger werden beschlagnahmt - einen Monat nach der ersten Anzeige. Lediglich eine betroffene Person wird eingeladen, als Zeugin auszusagen.

Aus der Gruppe der Betroffenen und ihrer Unterstützer_innen wurde die Internetseite https://www.ourbodiesnotyours.com/was-passiert-ist/ ins Leben gerufen. Dort werden die Taten veröffentlicht und es gibt die Möglichkeit der Kontaktaufnahme mehererer betroffener Personen. Zudem gibt es eine Petition, in der gefordert wird, dass Pornographieplattformen besser kontrolliert werden, um nicht-konsensuelle Veröffentlichungen dort zu unterbinden.