Kundgebung gegen "Testzwang" an Schulen

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26.

März
2021
Freitag

In verschiedenen Telegram-Chats wird eine Veranstaltung gegen "Zwangstestungen" in Schulen beworben. Treffpunkt der nicht angemeldeten Versammlung ist 12:45 Uhr an der Carl-Friedrich-Goerdeler-Oberschule in der Paul-Gruner-Straße 59. Vor Ort finden sich reichlich 30 Personen (laut Polizei 38) ein, welche dann eine Veranstaltung anmelden. Hauptredner ist "Olli von Telegram". Er hält u.a. eine Ansprache an Lehrer_innen, Journalist_innen, Polizist_innen etc. Die Zeit des Wartens sei vorbei. Worauf gewartet wird, bleibt dabei unklar. In seinem Abschlussstatement zitiert er den Theologen Martin Niemöller. Dieser war Widerstandskämpfer im Nationalsozialismus und wurde im KZ Sachsenhausen inhaftiert. Der Redner macht sich die Position Niemöllers zu eigen und vergleicht sich und die Kundgebungsteilnehmenden mit politisch Verfolgten im Nationalsozialismus. Während der Kundgebung werden weiterhin anwesende Journalist_innen von Teilnehmenden der Kundgebung als "Kanacken" beleidigt und bedroht. Die Kundgebung ist nach weniger als einer Stunde beendet.
Die Polizei nimmt 14 Anzeigen wegen des Verstoßes gegen die sächsische Corona-Schutzverordnung auf, gegen den Versammlungsleiter wird ein Ermittlungsverfahren wegen der nicht angezeigten Versammlung eingeleitet.

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