LINKEN-Wahlkämpferin mehrfach sexistisch beleidigt

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9.

Mai
2019
Donnerstag

Im Rahmen des Kommunalwahlkampfes veranstaltet DIE LINKE ein Infostand im Stadtteilpark Rabet. Eine Frau, die den Infostand betreut, wird mehrfach durch Männer herabgewürdigt.

So ruft ein Unbekannter aus seinem Fenster der Wahlkämpferin zu, sie solle die "Fresse halten und lieber einen Porno drehen". Ein Passant vermittelt ihr im Gespräch, dass sie "sich lieber rasieren und einen Infostand am FKK-Strand machen" solle, anstatt hier Wahlkampf.

Die Äußerungen der beiden Männer sind misogyne Akte, die sich auf sexistischen Annahmen stützen. Danach sollen sich Frauen nicht in der politischen Sphäre bewegen – hier im konkreten keinen Wahlkampf unterstützen –, sondern sich und ihren Körper für Pornos oder den FFK-Strand zur Verfügung stellen. Frauen werden damit zu Sexobjekten degradiert. Das Anliegen der beiden Männer ist es, Frauen ihren gesellschaftlich zugeschriebenen Platz entsprechend ihrer gesellschaftlich zugeschriebenen Rolle – passiv, hinnehmend und sexuell verfügbar – im Patriarchat zu zuweisen. Das Abweichen der Frau und ihre Agieren in der politischen und öffentlichen Sphäre versuchen die Männer durch ihre Äußerungen zu sanktionieren

Mehr zu Misogynie im Artikel "Einzelfall, tragisches Schicksal oder selbst Schuld? Frauenmorde und ihre rassistische Verwertung" (S. 40-42) von Naomi Shibata und Lena Kirsch in der 2019er Ausgabe der »Leipziger Zustände«.

Im weiteren Tagesverlauf kommt eine Gruppe von etwa sechs Jugendlichen zwischen 13 und 17 Jahren am Infostand vorbei und ruft mehrfach die neonazistische Parole "Frei, sozial und national".

Quelle: 

chronik.LE