Mini-Kundgebungen der Neonazi-Gruppierung "Wir lieben Sachsen/Thügida" in Nordsachsen

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4.

August
2016
Donnerstag

Das Neonazi-Gruppe „Wir lieben Sachsen/Thügida“ führt am Donnerstag eine Reihe von Mini-Kundgebungen in Nordsachsen durch. Mit einem Transporter und einem Transparent mit der Botschaft "Überfremdung stoppen" machen die beiden langjährigen NPD-Kader Alexander Kurth (derzeit Landesvorsitzender der Kleinstpartei "Die Rechte" in Sachsen) und David Köckert (bis Februar 2016 Landesorganisationsleiter der NPD, für die Partei im Stadtrat von Greiz) zunächst in der Delitzscher Altstadt Station und beschallen den dortigen Wochenmarkt. Anschließend fahren sie weiter nach Krostitz und Schkeuditz.

Die drei Mini-Kundgebungen waren beim Landratsamt angemeldet, jedoch im Vorfeld nicht öffentlich beworben worden. Köckert und Kurth posten noch während der Tour durch den Landkreis Fotos und kurze Videos ihrer Ansprachen auf der Facebook-Seite ihrer Organisation. Die Delitzscher Lokalausgabe der LVZ berichtet am nächsten Tag nur mit einer kurzen Meldung über die Propaganda-Aktion. Auf den neonazistischen Hintergrund des "Thügida"-Bündnisses wird dabei nicht eingegangen, die rassistische Hetze von Kurth und Köckert als "im Wesentlichen gegen die Asyl- und Sozialpolitik" gerichtete "lautstarke Botschaften" verharmlost.

Zu „Wir lieben Sachsen/Thügida“ heißt es auf einem Berliner Info-Portal anlässlich einer "Merkel mus weg"-Demonstration am 30. Juli :

Ein wichtigerer Bestandteil der Mobilisierung sind die Nazis von Thügida und „Wir lieben Sachsen-Thügida“. Sie organisieren noch immer kleine Kundgebung und Minidemonstrationen und fahren dabei mit einem Lauti durch die Gegend, welcher an NPD-Lautsprechertouren erinnert. Dieses Spektrum war oder ist in der NPD. Ihre Demos ähneln immer stärker klassischen Naziaufmärschen, es hat sich weit vom „besorgten Bürger“-Image wegentwickelt. Zuletzt feierten Kurth und Köckert (Thügida) mit dem Ex-NPD-Vorsitzenden Voigt. Es zeigt sich daran auch, dass die NPD in Sachsen und Thüringen an Bedeutung verloren hat und keinerlei Dominanzanspruch mehr über die regionale Naziszene behaupten kann. Diesen Nazis ist es besonders wichtig, dass keine Abgrenzung gemacht wird. So demonstrieren NPD, „Die Rechte“ und der III.Weg zusammen mit Kameradschaftsnazis.

Quelle: 

LVZ Delitzsch-Eilenburg vom 05.08.2016 ("Thügida-Bündnis beschallt Altstadt"), Facebook-Seite "Wir lieben Sachsen/Thügida" vom 04.08.2016, Kleine Anfrage "Aktivitäten der extremen Rechten in Sachsen im Monat August 2016" (Drs. 6/6289)