Nazi-Konzert in ehemaligem KZ-Außenlager: Stadtrat bestätigt Einwohner_innenanfrage

Druckeroptimierte VersionAls Email versenden

14.

Juni
2009
Sonntag

Wie Oberbürgermeister Rosenthal auf eine Einwohner_innenanfrage bestätigte, gab es in der Kamenzer Straße 10 mindestens ein Nazi-Konzert. Von 1943 bis 1945 befand sich in dem Gebäude ein Außenlager des KZs Buchenwald, in welchem Zwangsarbeiter des Rüstungskonzerns HASAG untergebracht waren. Das Nazi-Konzert fand am 8.11.2008 statt. Die Polizei war anwesend. Ob weitere Konzerte ohne Polizeipräsenz stattfanden, ist nicht klar.

Das Gebäude wird von einer Person der lokalen Neonaziszene gemietet. Bereits am 4. April 2009 sprach der Leipziger Polizeipräsident Horst Wawrzynski gegenüber der LVZ von einem "Rechtsextremisten", der im Nordosten der Stadt ein Gebäude gemietet hätte, in welchem Nazikonzerte stattfinden würden, u.a. am 8.11.2008. Bekannt wurde die Nutzung des ehemaligen Außenlagers durch Nazis aber erst am Jahrestag des Todesmarsches von Leipzig nach Wurzen am 3. Mai 2009. Während einer Gedenkveranstaltung vor dem Gebäude versuchte der Mieter auf das Gelände zu gelangen, was durch die Polizei verhindert wurde. Als die "Gruppe Gedenkmarsch" einen Mahnstein aufstellen wollte, erhielt sie von der Polizei den Hinweis, den Stein besser wieder mitzunehmen; der Mieter des Gebäudes könnte ein politisches Problem mit dem Symbol haben. Inzwischen hat das Bauamt die Nutzung des Gebäudes als Veranstaltungsort untersagt.

Quelle: 

Einwohner_innenfrage
Antwort des Oberbürgermeisters
PM der Gruppe Gedenkmarsch / Juliane Nagel
LVZ vom 4.4.2009