Neonazi- und IB-Sticker in Stötteritz geklebt

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28.

Dezember
2019
Samstag

Im Leipziger Stadtteil Stötteritz werden neonazistische Aufkleber mit verschiedenen Slogans verklebt. Darunter finden sich:
* "NS Area - Unser Viertel - Unsere Regeln". Mit diesem Slogan wird versucht eine nationalsozialistische Vorherrschaft zu propagieren. Ein Stadtviertel in welchem Neonazis das sagen haben ist das Ziel. Obwohl dies wenig mit der Wirklichkeit zu tun hat muss dieser Anspruch ernst genommen werden.
* "Berlin bleibt deutsch"
* "Asybetrüger nicht willkommen". Mit diesem Slogan wird suggeriert, dass Geflüchtete gar kein Grund hätten in Deutschland Asyl zu beantragen. Dass weltweit viele Kriege und Krisen (wie z.B. Hungersnöte und Armut) Menschen zur Flucht bewegen und Deutschland daran einen Anteil hat wird ignoriert.
* Die Sticker "Jugend bildet euch" und "stärkt Körper und Geist" stammen von der Neonazi-Gruppe "Junge Revolution" welche u.a. an einem Kongress Ende März im vogtländischen Zobes beteiligt ist.
* "Gut Menschen nein danke"
* der Aufkleber "#No Homo - Gesunde und natürliche Familien schützen!" richtet sich gegen gleichgeschlechtliche Partnerschaften.
Zudem finden sich Aufkleber der "Identitären Bewegung" und deren Kampagne #120db mit der Aufschrift "Europas Töchter klagen an!" in Stötteritz. Die Kampagne zielt darauf ab, sexualisierte Gewalt gegenüber Frauen zu ethnisieren und diese ausschließlich Geflüchteten zuzuschreiben. Dabei geht ein Großteil sexualisierter Gewalt von Partnern oder Familienangehörigen aus.

Des Weiteren wird im selben Stadtteil ein Fahrzeug mit dem Aufkleber "Ansgar Aryan" gesichtet. Dabei handelt es sich um eine neonazistische Kleidungsmarke.

Die "Identitäre Bewegung" kommt ursprünglich aus Frankreich und ist seit 2012 auch in Deutschland vertreten. Ihre Ideologie begründet sich dabei im Ethnopluralismus. Diese kulturrassistische Argumentation geht davon aus, dass es unterscheidbare und homogene Kulturkreise gäbe, die durch Migration bedroht seien. Die "Identitäre Bewegung" tritt betont jugendlich und popkulturell auf, ihre rassistischen und islamfeindlichen Positionen werden dabei aktionistisch verpackt. Sie treten außerdem besonders im Internet in Erscheinung. Mehr Infos auf der Website der Bundeszentrale für politische Bildung (2014).

Quelle: 

chronik.LE