Neonazis jagen Geflüchtete auf Stadtfest

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28.

September
2019
Samstag

In der Nacht Samstag zu Sonntag kommt es auf dem Stadtfest in Grimma zu gewalttätigen Angriffen durch Neonazis sowie Security-Mitarbeiter_innen auf Jugendliche mit Fluchtbiografie.

Im Vorfeld des Stadtfestes berichten mehrere Geflüchtete, dass sie dieses aufgrund der gesamtgesellschaftlichen Stimmung in der Stadt gar nicht besuchen werden. Auf Fragen wie „Und gehst du zum Stadtfest?“ wird von jungen Menschen beispielweise mit „Nein, ich komme aus Afrika“ geantwortet und gelacht. Zudem gibt es Drohungen, dass am Freitag Neonazis aus der Umgebung das Stadtfest besuchen werden. Am Freitagabend passiert jedoch zunächst nichts.

Ein Geflüchteter, der am Samstagnachmittag das Stadtfest besucht, wird rassistisch beleidigt, eine andere jugendliche Person erzählt von rassistischen Beleidigungen und Provokationen von zwei Securitymitarbeiter_innen am Samstagnachmittag. Das Stadtfest findet seinen Abschluss in der Nacht von Samstag auf Sonntag, mit zwei aufeinander folgenden schweren Angriffen von Neonazis auf eine Gruppe migrantischer Jugendlicher, die sich auf dem Nicolaiplatz aufhalten: Zuerst greifen in der Marktgasse ca. 20 Personen eine Kleingruppe Jugendlicher an. Dabei skandieren sie „Wir sind die Wurzner“. Weil ein Polizeiauto vorbei fährt, lassen die Täter vermutlich von den Jugendlichen ab und entfernen sich.
Später in der Nacht folgt ein zweiter Angriff: eine Gruppe, hauptsächlich bestehend aus Securitymitarbeiter_innen, vermummt und zum Teil mit baseballschlägern bewaffnet, bedrohen und verletzen die jungen Menschen am Nicolaiplatz teils erheblich. Die meisten erleiden leichte, eine Person schwere körperliche Verletzungen.

Quelle: 

chronik.LE