Neonazis stören Aktionstag in Taucha

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25.

Mai
2019
Samstag

Am Samstag, den 25. Mai, findet in Taucha ein Aktionstag statt. Dieser wird von zivilgesellschaftlichen Gruppen aus Taucha organisiert, um der omnipräsenten Raumnahme durch rechte Jugendliche und Neonazis entgegenzutreten. In den letzten Monaten kam es zu einem massiven Auftreten neonazistischer Propaganda und Bedrohungen durch jugendliche Neonazis, so am 11. Mai. 2019 sowie am 22. August 2018 bei "Taucha ohne Rassismus". Dafür wurden auf dem Marktplatz Essens- und Infostände aufgebaut, unterstützt von einem abwechslungsreichen Programm und einer Hüpfburg.

Kurze Zeit nach dem offiziellen Beginn zeigen sich vier Jugendliche aus dem neonazistischen Spektrum, die sich an der Seite des Marktplatzes niederlassen. Zudem versuchte der jetzige AfD-Stadtrats Klaus Hoffmann die Veranstaltung in Begleitung von drei Personen zu betreten, der Zugang wird ihm aber mit dem Verweis auf das Hausrecht und dem Anliegen "Menschen zusammenzubringen, die sich gegen Rassismus, Antisemitismus, Homophobie und Nationalismus engagieren wollen", verwehrt. Später versuchte er, die Veranstaltung von seinem Auto aus zu photographieren.

Kurze Zeit später versuchen drei Personen aus dem Umfeld der NPD, den Bereich des Aktionstags zu betreten. Auf Grundlage des Hausrechts werden diese vom Platz verwiesen und gesellen sich zu der Gruppe Jugendlicher. Die formierte Gruppe fordert daraufhin, dass eine Fahne mit der Aufschrift "Love Music - Hate Fascism" abgehängt werden soll, ansonsten werde mobilisiert.
Dazu schreibt die Solidarische Alternative für Taucha (SAFT) auf ihrem Blog:
"Aufgrund der gezielten Provokationen und einer diffusen Informationslage zu anderen Ansammlungen von rechten Jugendlichen in Taucha entschieden wir uns, die Polizei zu verständigen, welche nach kurzer Zeit einen Streifenwagen in der Nähe der Veranstaltung postierte und auch mit weiteren Fahrzeugen die Stadt bestreifte. In unmittelbarer Nähe der Veranstaltung wurden auch einige Personenkontrollen bei vermutlich rechtem Klientel durchgeführt. Die Polizei blieb bis zum Schluss zur Absicherung der Veranstaltung vor Ort. "

Im Laufe des Tages versucht eine Gruppe Jugendlicher mehrmals sich der Veranstaltung zu nähern. Die herbeigerufene Polizei verweist sie vom Platz. Der gut besuchte Aktionstag muss bis zum Ende von drei Polizeistreifen geschützt werden.

Kurz vor dem Ende der Veranstaltung umkreisen zwei Personen den Marktplatz, von denen einer eine Trainingsjacke des Imperium Fight Teams trägt. Dazu SAFT: "Dies deuteten wir als weiteren Einschüchterungsversuch. Diese einzelnen Provokationen und rechte Präsenz wirkte teilweise verunsichernd auf die Gäste unserer Veranstaltung."

Die Solidarische Alternative für Taucha berichtet auf ihrem Blog ausführlich über den Tag sowie die unterschiedlichen "Besucher" der Veranstaltung. Außerdem lassen sich dort weitere Veranstaltungen finden.