Neonazistische Schmierereien in Eilenburg

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17.

Juni
2017
Samstag

In der Nacht zu Sonnabend hinterlassen Unbekannte in Eilenburg an mehreren Stellen im Stadtgebiet Schmierereien mit neonazistischen Symbolen und Bezügen zur "Fußballszene". An den Eingang des "Haus 6" in der Dr.-Belian-Straße in der Nähe des Eilenburger Bahnhofs, wo neben einem Jugendclub auch der Flüchtlingssozialarbeiter seinen Sitz hat, werden mit blauer Farbe nebeneinander fünf Hakenkreuze gesprüht. An der Rückseite des nahegelegenen Amtsgerichts wird vor einem älteren Schriftzug des Leipziger Fußballvereins BSG Chemie das Wort "Juden" angebracht. Der als links und antirassistisch geltende Verein und seine Fans werden von ihren Gegner*innen, u.a. den Anhänger*innen des Stadtrivalen 1. FC Lok Leipzig, häufig in antisemitischer Absicht als "Juden" bezeichnet. Es kursieren auch entsprechende Aufkleber.

Im Stadtteil Eilenburg-Ost werden vermutlich in der gleichen Nacht am dortigen Bahnhofsgebäude, am Fahrkartenautomaten und an einem Unterstand für Fahrräder mit gelber Farbe neben einem großen Hakenkreuez vor allem Lok-Leipzig- und Anti-Chemie-Parolen gesprüht. Dabei kommen auch Schablonen zum Einsatz. Laut Angaben der Polizeidirektion Leipzig gegenüber chronik.LE handelt es sich um diese Motive: ein Ball und der Schriftzug "1. FC Lokomotive Leipzig", mehrmals "Smash Chemie" und "LOK" sowie "LOKOMOTIVE", ein Hakenkreuz im Ausmaß von 100 x 130 cm, die Tags "Hools" und "SL" - möglicherweise ein Bezug auf die mittlerweile aufgelöste Fan-Gruppierung "Scenario Lok" -, "Lok Hools" sowie "Juden BSG".

Die Statsschutzabteilung der Leipziger Polizei ermittelt gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung und der Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen.

Zuletzt hat die Polizei am 28. März 2017 in Eilenburg einen ähnlichen Vorfall registriert. Damals wurden mittels Edding an einer Tür des Nettomarktes am Nordring die Schriftzüge "14 Hakenkreuz 88", "Wer Deutschland nicht LIEBT, soll Deutschland Verlassen" und "Deutschland den Deutschen" sowie die Tags "ORS" und "ren" angebracht.

Quelle: 

Polizei Leipzig vom 19.06.2017, LVZ Delitzsch-Eilenburg vom 20.06.2017, chronik.LE