Neulich in Leipzig: Sexistische Äußerung eines Busfahrers

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6.

August
2016
Samstag

Am Sonntag gegen 18:30 Uhr unterhalten sich auf dem Busparkplatz auf der Ostseite des Leipziger Hauptbahnhofes zwei Busfahrer. Ein Auto mit zwei Personen fährt vor und sie beginnen ein Gespräch mit dem ihnen bekannten Fahrer des Wagens. Die Beifahrerin ist vorerst nicht in das Gespräch involviert, wird nach kurzer Zeit jedoch von einem der Busfahrer mit den Worten "Hallo Dose" begrüßt und im Weiteren ausgefragt.

Die Bezeichnung "Dose" gegenüber der Frau ist eine sexistische Abwertung dieser. "Dose" fungiert dabei als Metapher für "Loch" (vgl. Frank 1992: 140f.), das es seitens des Mannes zu "füllen [...], schließen [...] oder [...] öffnen" (ebd.: 140) gilt. Frauen werden dabei lediglich "als Vagina gedacht" (ebd.: 141), somit auf ihren Körper, im konkreten ihr Geschlecht(-sorgan) reduziert und dienen letztlich zur Befriedigung der Lust des Mannes.
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Frank, Karsta (1992): Sprachgewalt: Die sprachliche Reproduktion der Geschlechterhierarchie. Elemente einer feministischen Linguistik im Kontext sozialwissenschaftlicher Frauenforschung. Dissertation. Tübingen: Max Niemeyer Verlag.

Quelle: 

Augenzeug_innen-Bericht