Neulich bei der Polizei: Ausländische Herkunft führt zu Schrottdiebstahl

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13.

April
2011
Mittwoch

In einer Pressemitteilung der Polizei Westsachsen wird am Mittwoch über einen Fall von Schrottdiebstahl berichtet. Erfreut wird vermeldet, dass die Täter rasch gefasst werden konnten. Obwohl die Angabe keinerlei Zusammenhang zum Tatgeschehen aufweist, kann es sich die Polizei auch dieses mal nicht verkneifen, auf die nicht-deutsche Herkunft der Täter hinzuweisen.

Die nicht-sachgerechte Verknüpfung von Kriminalität mit nicht-deutscher Herkunft fördert und festigt bestehende rassistische Vorurteile in der Bevölkerung über "Ausländer". Der Pressekodex des Deutschen Presserates verlangt daher: "In der Berichterstattung über Straftaten wird die Zugehörigkeit der Verdächtigen oder Täter zu religiösen, ethnischen oder anderen Minderheiten nur dann erwähnt, wenn für das Verständnis des berichteten Vorgangs ein begründbarer Sachbezug besteht. Besonders ist zu beachten, dass die Erwähnung Vorurteile gegenüber Minderheiten schüren könnte." (Richtlinie 12.1 des Pressekodex)

In dem Artikel "Polizeimeldungen dokumentiert!", in der aktuellen Ausgabe der "Leipziger Zustände - News" (Frühjhar 2011), wird die Sprachpraxis in den Berichterstattungen der Polizei, die immer wieder zu Diskussionen über Rassismus und Diskriminierung veranlasst, kritisch begleitet.