NPD-Chef Voigt irrlichtert durch Lindenau

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25.

Juni
2010
Freitag

Am Freitag fand im Leipziger NPD-Büro eine Veranstaltung mit dem NPD-Bundesvorsitzenden Udo Voigt statt. Teilnehmer_innen einer Kundgebung gegen das NPD-Büro wurden beschimpft und mit einer Flasche beworfen.

Eingeladen zur Rede des Bundesvorsitzenden hatte die NPD Leipzig auf ihrer Internetseite. Etwa 50 Besucher folgten der Einladung zur Odermannstraße 8. Wie die LI-Z berichtet, befanden sich "mehrere regionale und lokale Funktionäre" der NPD ein, unter ihnen Winfried Petzold, Landtagsabgeordneter und Ehrenvorsitzende des sächsischen NPD-Landesverbands, der Leipziger Stadtrat Klaus Ufer und der Parthensteiner Stadtrat Peter Köppe, der zuletzt die mittlerweile geschlossene "Gedächtnisstätte" in Borna leitete.

Auf der Lützner-/Ecke Odermannstraße, in Sichtweite des Nazi-Zentrums, fand gleichzeitig eine Kundgebung gegen das NPD-Büro statt. Dort hatten sich etwa 60 Nazigegner_innen eingefunden. Zwei junge Männer beschimpften die Teilnehmer_innen, einer warf eine Bierflasche in Richtung der Kundgebung.

Der Redner Udo Voigt fuhr bereits eine dreiviertel Stunde vor dem geplanten Beginn der Veranstaltung mit seinem Auto vor. Da zu diesem Zeitpunkt niemand vor dem Eingangstor wartete, die Auffahrt zum NPD-Grundstück verschlossen war und der Parteivorsitzende angesichts der Gegenkundgebung sein Fahrzeug offenbar nicht verlassen wollte, fuhr er weiter. Die Veranstaltung konnte wegen seiner Irrfahrt vermutlich erst sehr viel später beginnen.

Am Samstag dem 26. Juni fand eine weitere Veranstaltung im NPD-Büro statt. Auf der Internetseit der NPD Leipzig war der Publizist und ehemalige mecklenburgische NPD-Funktionär Rüdiger Klasen als Redner angekündigt worden.

Das NPD-Büro in der Odermannstraße wird intensiv von der lokalen und regionalen Neonziszene als Bildungsstätte, Partyraum und Trainingsgelände für Kampfsport genutzt. Dort trifft sich nicht nur regelmäßig die Leipzig NPD und JN, sondern auch die sogenannten "Freien Kräfte" sowie die neonazistische LOK-Fangruppierung "Blue Caps Leipzig".

Quelle: 

LI-Z vom 26.06.2010, chronik.LE, NPD Leipzig