NPD-Parteitag in Nordsachsen: Bruch zwischen Landesverband und Leipziger Stadtverband

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19.

März
2016
Samstag

Am Sonnabend fand ein Landesparteitag der neonazistischen NPD in Nordachsen statt. Über genauere Angaben zum Veranstaltungsort schweigt sich die Parteiführung aus. Unter dem völkischen Motto "Tradition statt Invasion" versammelten sich geschätzte 40 Anhänger der Partei in einem Gasthaus, vermutlich im Raum Torgau. Von den Deligierten wurde der Dresdner Stadtrat Jens Baur zum neuen Landesvorsitzenden gewählt. Baur hatte der NPD Sachsen nach dem Rücktritt von Holger Szymanski bereits seit einem dreiviertel Jahr kommisarisch vorgestanden.

Im Vorfeld des Parteitags kam es zu einem handfesten Eklat zwischen dem Stadtverband Leipzig und der Landesführung gegeben. Die Leipziger Deligierten wurden wegen angeblicher Zahlungssäumigkeit von Mitgliedsbeiträgen nicht zum Parteitag eingeladen. Folglich haben sie ihre ablehnende Haltung zur Führung um Baur bei der Vorstandswahl nicht zum Ausdruck bringen können. Zudem wurde der Leipziger Stadtrat Enrico Böhm wegen "parteischädigendem Verhalten" aus der NPD ausgeschlossen. Böhm war zuvor mehrfach wegen Gewaltdelikten aufgefallen. Zudem polemisierte er öffentlich gegen Mitglieder des Landesvorstandes.

Die NPD Leipzig wiederum warf Baur daraufhin "betrügerische Machenschaften" vor. Zahlreiche Mitglieder der NPD und JN Leipzig traten aus Protest um die Vorgänge aus der Partei aus. Erwägungen zu juristischen Maßnahmen gegen die Landesführung wurden auf Facebook angestellt. Von alledem unbeeindruckt schreibt der Pressesprecher Jürgen Gansel, der Parteitag sei "harmonisch" und mit "großer Eintracht, Geschlossenheit und Zuversicht" verlaufen.

Am gleichen Abend fand im zu Torgau gehörenden Staupitz erneut ein Rechtsrock-Konzert statt. Womöglich eine willkommene Abendgestaltung für einige der TeilnehmerInnen des Parteitags.

Quelle: 

LVZ vom 07.04.2016, Facebook-Seiten der NPD Sachsen und NPD Leipzig, NPD Sachsen