NPD-Trauermarsch in Groitzsch

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23.

April
2010
Freitag

In Groitzsch nahmen unter Führung der NPD ca. 28 Personen an einem Trauermarsch teil. Mit dem Aufmarsch wollte die NPD an den bisher ungeklärten Tod von Tino L. erinnern. Die NPD-Anhänger trugen auf ihrem Weg über die Altenburger Straße, die Süd- und Bahnhofstraße zum ehemaligen Plasteverarbeitungsbetrieb einen Ehrenkranz und ein großes Holzkreuz mit sich.

Tino L. wurde am 20. April 2009, dem Geburtstag von Adolf Hitler, in der Nähe der alten Plaste-Fabrik durch einen Unbekannten mit drei Schüssen niedergeschossen. Drei Tage später starb er an seinen Verletzungen. Tino L. galt als Aussteiger aus der Neonaziszene. Die Industriebrache am Rande von Groitzsch, in deren Nähe die Schüsse fielen, wird als Treffpunkt von der lokalen Neonaziszene genutzt. Die Polizei, die inzwischen ca. 600 Befragungen durchgeführt und über 1500 Spuren gesichert hat, schließt einen rechten Rachemord nicht aus.

Bisher konnten die Ermittler_innen noch keinen Durchbruch verkünden, obwohl 10000 Euro Belohnung für Hinweise zur Ergreifung des Täters ausgerufen wurden.

Quelle: 

LVZ vom 24/25.04.2010, SZ Online vom 21.04.2010