Rassistische Schriftzüge an Betonsperren in Leipziger Innenstadt

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17.

Dezember
2019
Dienstag

Gegen 22:30 Uhr bringen fünf bis sieben junge Männer an Betonsperren am Augustusplatz rings um den Leipziger Weihnachtsmarkt mit Schablonen und Graffitidosen die Slogans "Danke, Merkel!“ und "Nafri go home!“ an. Danach werfen sie ihre Vorlagen in den Müll und entfernen sich schnell vom Ort des Geschehens. Lediglich eine Person bleibt zurück und macht Fotos der Aktion. Passant*innen sprechen ihn auf die rassistischen Slogans an, woraufhin der Mann erwidert, ob die Personen etwa ein Problem mit den Parolen hätten.
Die Fotos werden zuerst von verschiedenen Kadern der »Identitäre Bewegung« aus Leipzig veröffentlicht und verbreitet.
Mit dem Parole "Danke Merkel" wird Angela Merkel für Migration und Terroranschläge verantwortlich gemacht. "Nafri go home" übernimmt eine Polizeisprechweise, in welcher "Nafri" wahlweise für "Nordafrikaner" oder "Nordafrikanische Intensivtäter" steht und fordert diese auf, in ihr vermeintliches Herkunftsland zurückzukehren.
Das eingeleitete Ermittlungsverfahren wegen Sachbeschädigung wird eingestellt, da keine Tatverdächtigen ermittelt werden können.

Bereits 2017 wurden ähnliche Parolen an den Betonklötzen angebracht.

Die »Identitäre Bewegung« kommt ursprünglich aus Frankreich und ist seit 2012 auch in Deutschland vertreten. Ihre Ideologie begründet sich dabei im Ethnopluralismus. Diese kulturrassistische Argumentation geht davon aus, dass es unterscheidbare und homogene Kulturkreise gäbe, die durch Migration bedroht seien. Die »Identitäre Bewegung« tritt betont jugendlich und popkulturell auf, ihre rassistischen und islamfeindlichen Positionen werden dabei aktionistisch verpackt. Sie treten außerdem besonders im Internet in Erscheinung. (Mehr Infos: Bundeszentrale für politische Bildung 2014)