Vertreibung "Unerwünschter" vom Hauptbahnhof

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1.

Mai
2017
Montag

Seit dem Jahr 2017 dröhnt aus extra angebrachten Boxen an den Eingängen des Leipziger Hauptbahnhofs klassische Musik. Damit werden Personengruppen, die als unerwünscht gelten, mit Hilfe "subtiler" ordnungspolitischer Mittel aus dem öffentliche Raum vertrieben. Zwar betont der Center-Manager des Hauptbahnhofs, dies sei nicht das Ziel der Aktion gewesen, doch ist dieser Effekt nicht zu übersehen. Seitdem die Musikbeschallung initiiert wurde, ist die Zahl an "daueransässigen" Personen am Hauptbahnhof massiv gesunken. Die Beschallung des Leipziger Hauptbahnhof kann damit als eine weitere Form der gezielten Verdrängung von Menschen aus dem öffentlichen Raum verstanden werden, welche durch das Leipziger Ordnungsamt genehmigt wurde. Weitere solcher Maßnahmen stellen beispielsweise die Umgestaltung von öffentlichen Bänken oder Sitzgelegenheiten im Stadtgebiet dar, welche es verunmöglichen, sich darauf hinzulegen. Damit soll Personen(-gruppen) der Anreiz zum Schlafen auf Parkbänken entzogen werden.

Quelle: 

LVZ-Online vom 07.07.2017: "Klassische Musik vertreibt Punks vorm Leipziger Hauptbahnhof"
Bild-Online vom 06.07.2017: "So vertreibt der Bahnhof jetzt Punks und aggressive Bettler"
Blog Jule Nagel vom 02.07.2017: "Musik als Vertreibungsmechanismus am Leipziger Hauptbahnhof"
Blog Jule Nagel vom 08.07.2017: "Reaktionen auf Einlassung zu Vertreibung vom Hauptbahnhof und weitere Schritte"
Stadtratsanfrage von Jule Nagel: "Musikbeschallung am Leipziger Hauptbahnhof"