Zuwachs an Freien Netz- und Reichsfahnen entlang der B107

Druckeroptimierte VersionAls Email versenden

2.

Mai
2021
Sonntag

Bei regnerischem Wetter nimmt die Zahl der Teilnehmer_innen der Proteste entlang der B107 ab. Entlang der Bundesstraße stehen den siebten Sonntag in Folge Anwohner_innen oder extra Angereiste um gegen die Corona-Schutzmaßnahmen zu demonstrieren. Mit Fahnen und Schildern verleihen sie ihren Forderungen Ausdruck. Neben Kritik an den Coronamaßnahmen der Bundesregierungen finden sich - speziell in Trebsen, Schmölen und Colditz - eindeutig neonazistische Teilnehmer_innen und Flaggen sowie Falschbehauptungen und Verschwörungserzählungen zu Coronaschutzmaßnahmen.
Im Bennewitzer Ortsteil Schmölen werden an diesem Sonntag zu einem Großteil Reichsfahnen geschwenkt. Dort ist neben den Reichsfahnen auch die Zahl der Teilnehmer_innen gegenüber den Vorwochen höher. Ein junger Teilnehmer dort präsentiert eine Reichskriegsflagge. Im seit kurzem teilnehmenden Örtchen Pausitz wird sich wiederum aktiv zur Reichsbürgerszene bekannt: Deutschlandfahen sind verkehrt herumangebracht und die ebenfalls unter Reichsbürgern verbreitete Forderung nach Friedensverträgen ist auf eine Reichsfahne gedruckt.
Trebsen bildet wiederum den Hauptort der Proteste. Bis zu 65 Personen sammeln sich dort mit den wiederkehrenden Flaggen und Schildern der Vorwochen.
Auch in Grimma zeigt sich ein wiederholtes Bild aus den Vorwochen rund um den Kreisverkehr an der B107.
In Colditz findet zeigen die etwa 25 Teilnehmer_innen neben einem Transparent der relativ neu gegründeten Vereinigung »Freie Sachsen« mehrere Flaggen der bis vor zehn Jahren aktiven militanten Neonazivereinigung »Freies Netz«.

Quelle: 

chronik.LE